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Wie entwickelten sich Sozialismus und Kommunismus? Wann und wieso entstanden die Ideen und Theorien dieser politischen Bewegung? Die Anfänge gehen auf die Zeit zwischen Französischer Revolution (1789) und dem Erscheinen des Kommunistischen Manifests von Karl Marx (1848) zurück.

In den Vordergrund traten die Ideen im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Industrialisierung, die Fabrikbesitzer und Unternehmer zunehmend reicher werden ließ. Das städtische Bürgertum profitierte von der damaligen Entwicklung. Die Arbeiterschaft litt andererseits vermehrt unter der Ausbeutung ihrer Vorgesetzten und verarmte. Das spaltete die Gesellschaft und war Anlass für eine neue Theorie von Marx und Engels für eine ideale Gesellschaftsordnung. Sie kritisierten darin das kapitalistische System und forderten die Beseitigung sozialer Missstände. Dies stellte den Beginn des Kommunismus und Sozialismus dar, die bis weit ins 20. Jahrhundert eine wichtige politische Rolle spielen sollten.

Marx zufolge ist das Endziel des Kommunismus eine klassenlose Gesellschaft. Um dieses Ziel zu erreichen ist ein längerer Prozess notwendig. Sozialismus ist daher eine übergängige Gesellschaftsform auf dem Weg dorthin. Die Machtübernahme der Arbeiterschaft und die Verstaatlichung von Privateigentum soll Ausbeutung verhindern. Diese Maßnahmen machen die Regierung eines Staates überflüssig. Alle arbeiten für das Gemeinwohl der Gesellschaft, nicht mehr für sich selbst.

Die Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts war sich uneinig, wie stark diese Ideen durchzusetzen sind. So spaltete sie sich in einen reformistischen und einen revolutionären Flügel, aus dem sich demokratischer Sozialismus und revolutionärer Kommunismus entwickelte. Während bestimmte Gruppen Beteiligung und Mitspracherecht forderten, wollten andere die radikale Beseitigung des Status Quo und den Sturz des Bürgertums durchsetzen. Dies führte im 20. Jahrhundert, ab der Zeit des Ersten Weltkriegs, zur Spaltung in eine sozialdemokratische und eine kommunistische Strömung.

Lenin entwickelte die Ideen von Marx und Engels weiter. Er sah die Arbeiterklasse nicht in der Lage, die Revolution ohne Führung zu gewinnen. Er forderte eine starke Partei der Arbeiterklasse, die die Revolution anführt. Daraus entstand das Modell einer Diktatur der marxistisch-leninistischen Partei. Mit der Oktoberrevolution in Russland 1917 breitete sich das leninistische Gedankengut in Europa und Deutschland aus. Sie trug im Wesentlichen zur Spaltung der beiden Parteien KPD und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands bei und verhalf Hitler zu seiner Machtübernahme. Die kommunistische Tradition wurde in Ostdeutschland, in der damaligen DDR, nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Auch in Westdeutschland gab es kleinere kommunistische Gruppierungen. Partei der Arbeiterschicht war die SPD, bis sie auf ihrem Parteitag 1959 eine volksparteiliche Wendung vollzog.

Der sozialistische oder kommunistische Staat im Sinne von Marx und Engels konnte sich auf Dauer nicht durchsetzen. Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland sollte der Sozialismus zum ersten Mal als Staatsform eingesetzt werden. Die Weltrevolution und die besseren Lebensbedingungen für die Arbeiterschaft blieben jedoch aus. Hinzu kamen zwanghafte Kollektivierungen, das Außerkraftsetzen politischer Gegner und die Verletzung von Menschenrechten durch diktatorische Systeme, die in diesen Staaten entstanden waren. Damit verloren die Kommunisten an Glaubwürdigkeit. Das Modell konnte sich nicht behaupten. Die eigentlichen Ideale des Sozialismus gerieten in Vergessenheit. Die Herrscher in den kommunistischen und sozialistischen Staaten sicherten sich ihre Macht durch kriminelle Aktivitäten wie Bespitzelung, Unterdrückung und Zensur. Dies war letztendlich der Grund, warum sich das marxistische Gedankengut bis heute nicht erfolgreich durchsetzen konnte. Die Abschaffung des Egoismus der Menschen war nicht erfolgreich genug.